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Neu in Deutschland · Aktualisiert am 08.11.2026

Deutsch lernen: Integrationskurs, Volkshochschule und Apps

Integrationskurs, Volkshochschule oder App: So finden Sie den passenden Weg, Deutsch zu lernen. Früh anfangen macht vieles leichter.

Wenn Sie Deutsch sprechen, wird Ihr Alltag in Deutschland viel leichter: auf Ämtern, bei der Arbeit, beim Arzt und mit den Nachbarn. Deutschkenntnisse sind auch wichtig für manche Aufenthaltstitel (die Erlaubnis, in Deutschland zu leben) und für die Einbürgerung (Sie bekommen die deutsche Staatsangehörigkeit). Es gibt viele Wege, Deutsch zu lernen: den Integrationskurs, Kurse an der Volkshochschule, Online-Kurse, Apps und das Lernen im Alltag. Für manche Menschen ist der Integrationskurs Pflicht. Fangen Sie möglichst früh an.

Was Sie brauchen

Wer darf am Integrationskurs teilnehmen?

Der Integrationskurs ist ein staatlicher Kurs für Zugewanderte. Er besteht aus einem Sprachkurs und einem Orientierungskurs. Verantwortlich ist das BAMF (Bundesamt für Migration und Flüchtlinge).

  • Einen Anspruch (ein Recht auf den Kurs) haben viele Menschen, die einen Aufenthaltstitel zum Beispiel für Arbeit oder Familiennachzug bekommen und noch wenig Deutsch sprechen.
  • Bürgerinnen und Bürger aus der EU haben keinen Anspruch. Sie können aber beim BAMF einen Antrag auf Zulassung stellen. Das heißt: Das BAMF erlaubt die Teilnahme, wenn Plätze frei sind.
  • Auch andere Personen können unter bestimmten Bedingungen zugelassen werden.

Wer muss teilnehmen?

  • Die Ausländerbehörde (das Amt für Fragen zum Aufenthalt) kann Sie zur Teilnahme verpflichten, zum Beispiel wenn Sie sich noch nicht einfach auf Deutsch verständigen können.
  • Auch das Jobcenter (das Amt, das Bürgergeld zahlt) kann Sie verpflichten.
  • Wenn Sie verpflichtet sind und nicht teilnehmen, kann das Folgen haben, zum Beispiel für Ihren Aufenthalt oder für Ihre Leistungen.

Das sind nur allgemeine Hinweise. Was für Sie gilt, sagt Ihnen die Ausländerbehörde. Mehr dazu finden Sie unter Aufenthaltstitel klären.

Diese Unterlagen sollten Sie bereithalten

  • Reisepass oder Personalausweis
  • Ihren Aufenthaltstitel, falls Sie einen haben
  • Den Berechtigungsschein (ein Schreiben, das bestätigt: Sie dürfen am Kurs teilnehmen) oder die Zulassung vom BAMF
  • Ihre Adresse in Deutschland. Nach der Anmeldung Ihres Wohnsitzes bekommen Sie eine Meldebescheinigung.
  • Wenn Sie Bürgergeld oder Sozialhilfe bekommen: den Bescheid darüber
  • Für Apps und Online-Kurse: ein Smartphone oder Computer und Internet, siehe Handytarif wählen und Internet für zu Hause

Schritt für Schritt

  1. Anspruch klären. Fragen Sie bei der Ausländerbehörde, ob Sie einen Anspruch haben oder teilnehmen müssen. Oft bekommen Sie den Berechtigungsschein zusammen mit Ihrem Aufenthaltstitel. Wenn Sie keinen Anspruch haben, stellen Sie einen Antrag auf Zulassung beim BAMF.
  2. Kursträger suchen. Ein Kursträger ist eine Schule oder Einrichtung, die Integrationskurse anbietet, zum Beispiel eine Volkshochschule. Auf der Internetseite des BAMF können Sie nach Kursen in Ihrer Nähe suchen.
  3. Anmelden und Einstufungstest machen. Gehen Sie mit Ihren Unterlagen zum Kursträger. Dort machen Sie meist einen Einstufungstest. Dieser Test zeigt, wie gut Sie schon Deutsch können und welcher Kurs passt.
  4. Kostenbefreiung beantragen, wenn nötig. Wenn Sie wenig Geld haben oder Bürgergeld bekommen, fragen Sie den Kursträger nach einem Antrag auf Befreiung von den Kosten. Stellen Sie den Antrag vor Kursbeginn.
  5. Regelmäßig teilnehmen. Zuerst kommt der Sprachkurs. Danach folgt der Orientierungskurs. Dort lernen Sie viel über Geschichte, Politik und das Zusammenleben in Deutschland.
  6. Prüfungen ablegen. Am Ende gibt es einen Sprachtest, den Deutsch-Test für Zuwanderer, und den Test Leben in Deutschland. Wenn Sie beide bestehen und im Sprachtest das Niveau B1 erreichen, bekommen Sie das Zertifikat Integrationskurs.
  7. Weiterlernen. Nach dem Integrationskurs gibt es zum Beispiel Berufssprachkurse für Deutsch im Beruf. Sie können auch an der Volkshochschule oder mit Apps weiterlernen.

Andere Wege, Deutsch zu lernen

  • Volkshochschule: Die Volkshochschule ist eine Schule für Erwachsene. Es gibt sie in fast jeder Stadt. Sie bietet Deutschkurse auf vielen Niveaus an, auch am Abend oder am Wochenende.
  • Online-Kurse und Apps: Damit können Sie lernen, wann und wo Sie wollen. Manche Angebote sind kostenlos, andere kosten Geld. Apps sind gut zum Üben, ersetzen aber oft keinen Kurs mit Lehrkraft.
  • Lernen im Alltag: Sprechen Sie beim Einkaufen und mit Nachbarn Deutsch. Hören Sie Nachrichten in einfacher Sprache. Leihen Sie in der Stadtbibliothek Bücher für Deutschlernende aus. Suchen Sie ein Sprachcafé oder einen Tandempartner. Ein Tandem bedeutet: Zwei Menschen lernen gegenseitig die Sprache des anderen.

Unten auf dieser Seite finden Sie Links zu Lernangeboten.

Kosten und Fristen

  • Integrationskurs: Der Staat bezahlt den größten Teil. Viele Teilnehmende zahlen einen Eigenanteil pro Unterrichtsstunde. Wer Bürgergeld oder Sozialhilfe bekommt, kann sich auf Antrag von den Kosten befreien lassen. Die genaue Höhe erfahren Sie beim Kursträger oder beim BAMF.
  • Volkshochschule: Die Preise sind je nach Stadt verschieden. Manche Volkshochschulen geben Ermäßigungen für Menschen mit wenig Geld.
  • Apps und Online-Kurse: Prüfen Sie vor dem Abschluss eines Abos, was es kostet und wie Sie es kündigen können.
  • Fristen: Wenn Sie verpflichtet sind, müssen Sie sich zeitnah anmelden. Das Amt sagt Ihnen, bis wann. Auch ein Anspruch gilt nicht unbegrenzt. Melden Sie sich deshalb bald an.

Typische Probleme für Neuankömmlinge

  • Noch keine Meldeadresse: Ohne Anmeldung ist vieles schwerer, auch bei der Ausländerbehörde. Melden Sie zuerst Ihren Wohnsitz an. Mit Apps und in der Bibliothek können Sie schon vorher lernen.
  • Wenig Zeit wegen Arbeit: Fragen Sie nach Abendkursen, Teilzeitkursen oder Online-Kursen.
  • Kinder zu Hause: Es gibt besondere Kurse für Eltern. Fragen Sie den Kursträger, ob es eine Kinderbetreuung gibt.
  • Lesen und Schreiben fällt schwer: Wer nicht oder nur in einer anderen Schrift lesen und schreiben kann, kann einen Alphabetisierungskurs besuchen. Dort lernt man auch das lateinische Alphabet.
  • Wartezeit: Manchmal ist kein Platz frei. Fragen Sie bei mehreren Kursträgern nach und lernen Sie in der Zwischenzeit mit Apps oder im Sprachcafé.
  • Wenig Geld: Fragen Sie nach der Kostenbefreiung. Viele Lernangebote in Bibliotheken und Sprachcafés sind kostenlos.

Häufige Fragen

Muss ich als EU-Bürger einen Integrationskurs machen?

In der Regel nein. Sie können aber beim BAMF eine Zulassung beantragen, wenn Sie teilnehmen möchten.

Was passiert, wenn ich die Prüfung nicht bestehe?

Sie bekommen trotzdem eine Bescheinigung über Ihr erreichtes Niveau. Unter bestimmten Bedingungen können Sie Stunden wiederholen. Fragen Sie Ihren Kursträger.

Reicht eine App, um Deutsch zu lernen?

Eine App ist gut zum Üben von Wörtern. Für Sprechen und Grammatik hilft ein Kurs mit Lehrkraft meist mehr. Am besten kombinieren Sie beides.

Was bedeuten A1, A2, B1?

Das sind Sprachniveaus. A1 ist der Anfang, B1 bedeutet: Sie können sich im Alltag gut verständigen. Danach kommen B2, C1 und C2.

Kann ich den Kursträger wechseln?

Das ist oft möglich, zum Beispiel nach einem Umzug. Sprechen Sie vorher mit Ihrem Kursträger.

Allgemeine Informationen, keine individuelle Beratung.