Fast jeder braucht zu Hause Internet: für die Arbeit, für die Schule, für Videoanrufe mit der Familie und für Termine bei Behörden. In Deutschland bekommen Sie Internet für die Wohnung meist über einen Vertrag mit einem Anbieter. Danach muss der Anbieter Ihren Anschluss freischalten. Freischaltung bedeutet: Der Anbieter schaltet die Leitung zu Ihrer Wohnung ein, damit das Internet funktioniert. Das dauert oft zwei bis drei Wochen, manchmal auch länger. Bestellen Sie deshalb früh, am besten sobald Sie Ihre neue Adresse kennen. Den Vertrag schließt eine Person ab, die in der Wohnung wohnt. In einer Wohngemeinschaft (mehrere Personen teilen sich eine Wohnung) reicht meist ein Vertrag für alle. Fragen Sie vorher Ihren Vermieter, welche Anschlüsse es im Haus gibt.
Was Sie brauchen
- Ihre genaue Adresse: Straße, Hausnummer, Postleitzahl und Ort. Wenn möglich auch das Stockwerk und die Lage der Wohnung, zum Beispiel „2. Stock links“.
- Einen gültigen Ausweis oder Reisepass.
- Ein Bankkonto mit IBAN. Die IBAN ist Ihre internationale Kontonummer. Die meisten Anbieter ziehen das Geld per SEPA-Lastschrift ein. Das heißt: Der Anbieter holt den Betrag jeden Monat automatisch von Ihrem Konto. Mehr dazu lesen Sie unter Girokonto eröffnen.
- Eine E-Mail-Adresse und eine Telefonnummer. Eine deutsche Handynummer ist oft praktisch. Siehe Handytarif wählen.
- Ihren Namen an Briefkasten und Klingel. Sonst kommen Briefe nicht an, und der Techniker findet Sie nicht.
- Wenn bekannt: den Namen des Vormieters und die Nummer auf der Anschlussdose. Die Anschlussdose ist die Dose an der Wand, an die Sie später den Router anschließen. Diese Angaben helfen dem Anbieter, die richtige Leitung zu finden.
- Bei vielen Anbietern eine positive Bonitätsprüfung. Dabei prüft der Anbieter, ob Sie Rechnungen bisher zuverlässig bezahlt haben. Oft fragt er dafür bei der Schufa nach. Mehr dazu unter Schufa verstehen und aufbauen.
Schritt für Schritt
- Verfügbarkeit prüfen. Geben Sie Ihre Adresse auf der Internetseite eines Anbieters ein. Sie sehen dann, welche Anschlüsse an Ihrer Adresse möglich sind. Die wichtigsten Arten sind: DSL über die Telefonleitung, Kabel über den Anschluss für Kabelfernsehen, Glasfaser über eine neue, sehr schnelle Leitung und Internet über das Mobilfunknetz mit einem besonderen Router.
- Geschwindigkeit wählen. Die Geschwindigkeit wird in Mbit/s (Megabit pro Sekunde) angegeben. Für E-Mails und Webseiten reicht wenig. Wenn mehrere Personen gleichzeitig Videos schauen oder im Homeoffice arbeiten, brauchen Sie mehr.
- Tarife vergleichen. Achten Sie auf den Preis pro Monat, auf den Preis nach den ersten Monaten, auf einmalige Kosten und auf die Vertragslaufzeit. Unten auf dieser Seite können Sie Tarife vergleichen.
- Vertrag abschließen. Das geht online, am Telefon oder im Laden. Vor dem Abschluss bekommen Sie eine kurze Vertragszusammenfassung. Darin stehen die wichtigsten Punkte. Lesen Sie diese genau.
- Router klären. Der Router ist das Gerät, das das Internet in Ihrer Wohnung verteilt, auch kabellos per WLAN. Sie können den Router vom Anbieter mieten oder kaufen. Sie dürfen aber auch ein eigenes Gerät nutzen, wenn es zu Ihrem Anschluss passt.
- Auf den Termin warten. Sie bekommen einen Brief oder eine E-Mail mit dem Datum der Freischaltung. Manchmal muss ein Techniker in die Wohnung oder in den Keller kommen. Dann müssen Sie oder eine andere Person zu Hause sein.
- Router anschließen. Verbinden Sie den Router mit der Anschlussdose. Ihre Zugangsdaten stehen meist in einem Brief vom Anbieter. Ändern Sie danach das WLAN-Passwort.
- Unterlagen aufbewahren. Heben Sie den Vertrag, Ihre Kundennummer und die Zugangsdaten gut auf.
Kosten und Fristen
Die Preise sind bei jedem Anbieter anders. Neben dem Monatspreis gibt es oft weitere Kosten, zum Beispiel eine einmalige Gebühr für die Einrichtung, Kosten für den Router oder für einen Techniker. Viele Tarife sind in den ersten Monaten günstiger und werden danach teurer. Prüfen Sie das vor dem Abschluss.
- Freischaltung: oft zwei bis drei Wochen, manchmal länger.
- Mindestvertragslaufzeit: So lange müssen Sie den Vertrag mindestens behalten. Sie darf höchstens 24 Monate dauern. Anbieter müssen Ihnen auch einen Vertrag mit höchstens 12 Monaten anbieten.
- Kündigungsfrist: So früh müssen Sie vor dem Ende kündigen. Nach der Mindestvertragslaufzeit können Sie jederzeit mit einer Frist von einem Monat kündigen.
- Widerrufsrecht: Wenn Sie den Vertrag online oder am Telefon abschließen, können Sie ihn innerhalb von 14 Tagen ohne Grund widerrufen. Widerrufen heißt: Sie nehmen Ihre Zustimmung zurück.
Typische Probleme für Neuankömmlinge
Sie haben noch keine Schufa. Wer neu in Deutschland ist, hat oft noch keine Einträge bei der Schufa. Manche Anbieter lehnen den Vertrag dann ab. Fragen Sie bei mehreren Anbietern nach. Eine andere Möglichkeit ist Internet über das Mobilfunknetz mit Prepaid, also mit Guthaben, das Sie vorher bezahlen. In einer Wohngemeinschaft kann auch eine Mitbewohnerin oder ein Mitbewohner den Vertrag abschließen.
Sie sind noch nicht angemeldet. Für den Internetvertrag zählt die Adresse, an der der Anschluss sein soll. Oft können Sie schon bestellen, wenn Sie einen Mietvertrag haben. Melden Sie Ihren Wohnsitz trotzdem bald an. Siehe Wohnsitz anmelden.
Sie haben nur ein Konto im Ausland. Ein Konto aus einem anderen Land im SEPA-Raum (dazu gehören zum Beispiel alle EU-Länder) dürfen Anbieter für Lastschriften grundsätzlich nicht ablehnen. In der Praxis gibt es trotzdem manchmal Probleme. Ein deutsches Girokonto macht vieles einfacher.
Sie sprechen wenig Deutsch. Manche Anbieter haben Service auch auf Englisch. Fragen Sie danach. Sie können auch eine Person mitnehmen, die gut Deutsch spricht. Unterschreiben Sie nichts, was Sie nicht verstehen.
Sie brauchen sofort Internet. Bis zur Freischaltung können Sie das Internet von Ihrem Handy nutzen. Mit einem Hotspot teilt Ihr Handy seine Internetverbindung mit dem Laptop. Achten Sie dabei auf Ihr Datenvolumen.
Häufige Fragen
Muss ich den Router vom Anbieter nehmen?
Nein. In Deutschland dürfen Sie einen eigenen Router nutzen. Er muss aber zu Ihrer Anschlussart passen. Fragen Sie im Zweifel beim Anbieter nach.
Was passiert, wenn ich umziehe?
Melden Sie den Umzug früh beim Anbieter. Er bietet Ihnen den Anschluss meist an der neuen Adresse weiter an. Kann er dort keinen Anschluss liefern, dürfen Sie den Vertrag mit einer Frist von einem Monat kündigen.
Was tun, wenn das Internet viel langsamer ist als versprochen?
Messen Sie die Geschwindigkeit mehrmals und schreiben Sie die Ergebnisse auf. Die Bundesnetzagentur, eine staatliche Stelle, bietet dafür ein kostenloses Messprogramm an. Melden Sie das Problem dem Anbieter. Ist die Abweichung groß, haben Sie unter bestimmten Bedingungen das Recht, weniger zu zahlen oder zu kündigen.
Muss ich für Fernsehen extra bezahlen?
Für Fernsehen und Radio zahlt jede Wohnung den Rundfunkbeitrag. Das gilt unabhängig von Ihrem Internetvertrag. Mehr dazu unter Rundfunkbeitrag anmelden.