Die Steuer-ID ist eine persönliche Nummer für Steuern. Der lange Name ist steuerliche Identifikationsnummer. Sie besteht aus 11 Ziffern. Jeder Mensch, der in Deutschland mit einer Adresse gemeldet ist, bekommt diese Nummer. Das gilt auch für Kinder. Sie müssen die Steuer-ID nicht beantragen. Sie kommt automatisch per Post, nachdem Sie Ihren Wohnsitz angemeldet haben. Den Brief schickt das Bundeszentralamt für Steuern. Das ist eine Behörde des Bundes, also ein staatliches Amt für ganz Deutschland. Die Steuer-ID ist wichtig, weil Ihr Arbeitgeber sie braucht. Mit der Nummer berechnet er Ihre Lohnsteuer. Das ist die Steuer, die der Arbeitgeber direkt von Ihrem Lohn abzieht und an das Finanzamt zahlt. Das Finanzamt ist das Amt für Steuern in Ihrer Region. Die Steuer-ID bleibt Ihr ganzes Leben lang gleich. Sie ändert sich nicht, wenn Sie umziehen oder heiraten.
Was Sie brauchen
- Eine Anmeldung Ihres Wohnsitzes. Diese machen Sie beim Bürgeramt. Das Bürgeramt ist das Amt in Ihrer Stadt, bei dem Sie Ihre Adresse melden. In manchen Orten heißt es auch Einwohnermeldeamt. Mehr dazu lesen Sie auf der Seite Wohnsitz anmelden.
- Eine Adresse, an der Sie Post bekommen. Ihr Name muss gut lesbar am Briefkasten stehen.
- Ihren Pass oder Personalausweis. Sie brauchen ihn, wenn Sie später bei einem Amt nach Ihrer Nummer fragen.
- Für Kinder: Auch Ihre Kinder müssen angemeldet sein. Dann bekommt jedes Kind eine eigene Steuer-ID.
Schritt für Schritt
- Melden Sie Ihren Wohnsitz beim Bürgeramt an. Achten Sie darauf, dass Ihr Name genau so geschrieben ist wie in Ihrem Pass.
- Schreiben Sie Ihren Namen an den Briefkasten. Wohnen Sie bei einer anderen Person, schreiben Sie Ihren Namen zusätzlich dazu. Sonst kann die Post den Brief nicht zustellen.
- Warten Sie auf den Brief. Er kommt meist einige Wochen nach der Anmeldung. Als Absender steht das Bundeszentralamt für Steuern auf dem Umschlag.
- Prüfen Sie den Brief. Stimmen Ihr Name, Ihr Geburtsdatum und Ihre Adresse? Wenn etwas falsch ist, wenden Sie sich an das Bürgeramt. Denn die Daten kommen von dort.
- Bewahren Sie den Brief gut auf. Machen Sie zusätzlich ein Foto oder eine Kopie.
- Geben Sie die Nummer Ihrem Arbeitgeber. Am besten tun Sie das vor dem ersten Arbeitstag oder gleich am Anfang. Er braucht auch Ihr Geburtsdatum.
- Nennen Sie die Nummer auch an anderen Stellen, wenn man Sie danach fragt. Das ist zum Beispiel die Familienkasse beim Kindergeld, Ihre Bank oder das Finanzamt bei der Steuererklärung.
Kosten und Fristen
- Kosten: Die Steuer-ID ist kostenlos. Sie bezahlen nichts dafür.
- Antrag: Es gibt keine Frist, weil Sie keinen Antrag stellen müssen. Die Nummer kommt automatisch nach der Anmeldung.
- Wartezeit: Rechnen Sie mit einigen Wochen, bis der Brief da ist.
- Arbeitgeber: Geben Sie die Nummer so früh wie möglich weiter. Ohne Steuer-ID kann der Arbeitgeber die Lohnsteuer oft nur nach der Steuerklasse 6 berechnen. Die Steuerklasse ist eine Gruppe, nach der sich die Höhe der Lohnsteuer richtet. Bei Steuerklasse 6 ziehen Arbeitgeber meist mehr Steuer ab. Zu viel gezahlte Steuer bekommen Sie in vielen Fällen über eine Steuererklärung zurück.
Typische Probleme für Neuankömmlinge
Sie haben noch keine Meldeadresse. Eine Meldeadresse ist die Adresse, unter der Sie beim Bürgeramt gemeldet sind. Ohne Anmeldung bekommen Sie keine Steuer-ID. Kümmern Sie sich deshalb zuerst um die Anmeldung. Dafür brauchen Sie meist eine Wohnungsgeberbestätigung. Das ist ein Formular, in dem Ihr Vermieter bestätigt, dass Sie dort wohnen. Fragen Sie Ihren Vermieter früh danach.
Der Brief kommt nicht. Prüfen Sie zuerst, ob Ihr Name am Briefkasten steht. Warten Sie einige Wochen. Kommt dann immer noch kein Brief, können Sie die Nummer beim Bundeszentralamt für Steuern noch einmal anfordern. Das geht über ein Formular auf der Internetseite des Amtes. Die Nummer kommt auch dann nur per Post. Aus Gründen des Datenschutzes gibt das Amt sie nicht am Telefon oder per E-Mail heraus. Sie können auch bei Ihrem Finanzamt nachfragen. Nehmen Sie dafür Ihren Pass mit.
Die Arbeit beginnt, bevor die Nummer da ist. Sagen Sie Ihrem Arbeitgeber offen, dass Sie noch auf den Brief warten. Geben Sie ihm die Nummer, sobald Sie sie haben. Er kann die Lohnsteuer dann richtig berechnen.
Sie sind nach der Anmeldung umgezogen. Die Steuer-ID bleibt gleich. Aber der Brief geht an die gemeldete Adresse. Melden Sie Ihre neue Adresse deshalb schnell beim Bürgeramt. Bitten Sie den alten Vermieter oder Nachbarn, auf Post für Sie zu achten.
Sie verwechseln die Nummern. In Deutschland gibt es mehrere Nummern. Die Steuer-ID hat 11 Ziffern und bleibt immer gleich. Die Steuernummer ist etwas anderes. Sie kommt vom Finanzamt, zum Beispiel wenn Sie eine Steuererklärung machen oder selbstständig arbeiten. Auch die Sozialversicherungsnummer ist etwas anderes. Sie brauchen sie für die Rente und die Sozialversicherung. Ihr Arbeitgeber fragt oft nach beiden Nummern: der Steuer-ID und der Sozialversicherungsnummer.
Sie verstehen wenig Deutsch. Der Brief ist auf Deutsch. Wichtig ist vor allem die Nummer mit 11 Ziffern. Wenn Sie unsicher sind, bitten Sie eine Person um Hilfe, die gut Deutsch spricht. Auch Beratungsstellen für Zugewanderte in Ihrer Stadt können Ihnen den Brief erklären.
Häufige Fragen
Muss ich die Steuer-ID beantragen?
Nein. Die Nummer kommt automatisch per Post, wenn Sie zum ersten Mal in Deutschland gemeldet sind.
Ändert sich meine Steuer-ID, wenn ich umziehe?
Nein. Die Steuer-ID bleibt Ihr ganzes Leben gleich. Sie müssen aber Ihre neue Adresse beim Bürgeramt melden.
Bekommen auch meine Kinder eine Steuer-ID?
Ja. Jedes Kind bekommt nach der Anmeldung eine eigene Nummer. Die Familienkasse braucht sie, wenn Sie Kindergeld beantragen. Die Familienkasse ist das Amt, das Kindergeld auszahlt.
Wo finde ich die Nummer, wenn ich den Brief verloren habe?
Die Nummer steht auch auf Ihrer Lohnsteuerbescheinigung. Das ist ein Papier von Ihrem Arbeitgeber über Ihren Lohn und die bezahlte Steuer. Sie steht auch auf Bescheiden vom Finanzamt. Sie können die Nummer auch beim Bundeszentralamt für Steuern neu anfordern.
Brauche ich die Steuer-ID für ein Bankkonto?
Die Bank fragt meist nach der Nummer. In der Regel können Sie ein Konto aber auch schon eröffnen, bevor die Nummer da ist. Geben Sie sie der Bank dann später. Mehr dazu lesen Sie unter Girokonto eröffnen.