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Neu in Deutschland · Aktualisiert am 08.11.2026

Private Haftpflichtversicherung in Deutschland: einfach erklärt

Wenn Sie anderen einen Schaden machen, müssen Sie ihn bezahlen. Die private Haftpflichtversicherung übernimmt das für Sie. So finden Sie den passenden Vertrag.

In Deutschland gilt eine klare Regel: Wenn Sie einer anderen Person einen Schaden machen, müssen Sie diesen Schaden bezahlen. Das nennt man Haftung. Dabei gibt es keine Obergrenze. Ein kleiner Fehler kann also sehr teuer werden. Ein Beispiel: Sie fahren mit dem Fahrrad und verletzen dabei einen Menschen. Dann müssen Sie vielleicht für die Behandlung, den Verdienstausfall und Schmerzensgeld zahlen, unter Umständen viele Jahre lang. Die private Haftpflichtversicherung zahlt in solchen Fällen für Sie. Sie ist in Deutschland freiwillig. Trotzdem gilt sie als die wichtigste freiwillige Versicherung, und der Beitrag ist meist niedrig. Jeder Erwachsene, der in Deutschland lebt, sollte prüfen, ob er eine hat. Das gilt auch für Studierende und für Menschen, die nur einige Jahre bleiben.

Die Versicherung zahlt bei Schäden an Menschen, bei Schäden an Sachen und bei Geldverlusten, die daraus entstehen. Sie prüft außerdem, ob eine Forderung berechtigt ist. Ist die Forderung nicht berechtigt, wehrt die Versicherung sie für Sie ab. Nicht versichert sind zum Beispiel Schäden an Ihren eigenen Sachen, Schäden, die Sie absichtlich machen, und Schäden mit dem Auto. Für das Auto brauchen Sie eine eigene Kfz-Versicherung.

Was Sie brauchen

  • Eine Adresse in Deutschland. Am besten haben Sie Ihren Wohnsitz schon angemeldet.
  • Einen Ausweis oder Reisepass.
  • Ein Girokonto mit IBAN. Die meisten Versicherer ziehen den Beitrag per SEPA-Lastschrift ein. Das bedeutet: Die Versicherung holt das Geld automatisch von Ihrem Konto.
  • Eine E-Mail-Adresse und eine Telefonnummer.
  • Namen und Geburtsdaten von Partner oder Kindern, wenn diese mitversichert sein sollen.
  • Informationen über frühere Schäden, wenn der Versicherer danach fragt.

Schritt für Schritt

  1. Prüfen Sie, ob Sie schon versichert sind. Vielleicht hat Ihr Ehepartner oder Ihre Partnerin schon einen Vertrag, in dem Sie mitversichert werden können. Junge Menschen in ihrer ersten Ausbildung sind manchmal über die Versicherung der Eltern geschützt, wenn die Eltern in Deutschland leben. Fragen Sie nach.
  2. Überlegen Sie, wer versichert sein soll. Es gibt Verträge für eine Person und Verträge für Paare oder Familien. In einem Familienvertrag sind meist auch die Kinder versichert.
  3. Achten Sie auf wichtige Punkte. Die Deckungssumme ist der höchste Betrag, den die Versicherung pro Schaden zahlt. Sie sollte hoch sein. Die Selbstbeteiligung ist der Teil eines Schadens, den Sie selbst zahlen. Prüfen Sie auch, ob Schäden an Ihrer Mietwohnung, an geliehenen Sachen und der Verlust von fremden Schlüsseln versichert sind.
  4. Vergleichen Sie Angebote. Sie können Angebote im Internet vergleichen, direkt bei Versicherern fragen oder zu einem Versicherungsmakler gehen. Ein Makler vergleicht Angebote von mehreren Versicherern für Sie.
  5. Stellen Sie den Antrag. Das geht meist online oder auf Papier. Beantworten Sie alle Fragen ehrlich und vollständig. Falsche Angaben können dazu führen, dass die Versicherung später nicht zahlt.
  6. Prüfen Sie den Versicherungsschein. Der Versicherungsschein (auch Police genannt) ist das Dokument, das Ihren Vertrag bestätigt. Kontrollieren Sie Namen, Adresse und die versicherten Personen. Bewahren Sie das Dokument gut auf.
  7. Melden Sie einen Schaden sofort. Wenn etwas passiert, informieren Sie die Versicherung so schnell wie möglich. Machen Sie Fotos und notieren Sie Namen und Kontaktdaten. Sagen Sie nicht vorschnell zu, den Schaden selbst zu bezahlen. Die Versicherung prüft den Fall zuerst.

Kosten und Fristen

Es gibt keinen festen Preis. Der Beitrag hängt zum Beispiel davon ab, wie viele Personen versichert sind, wie hoch die Deckungssumme ist und ob Sie eine Selbstbeteiligung wählen. Mit einer Selbstbeteiligung ist der Beitrag oft niedriger. Sie können den Beitrag meist monatlich oder jährlich zahlen.

Nach dem Abschluss haben Sie ein Widerrufsrecht. Das bedeutet: Sie können den Vertrag ohne Grund wieder zurücknehmen. Die Frist dafür beträgt 14 Tage. Sie beginnt in der Regel, wenn Sie alle Vertragsunterlagen bekommen haben. Wie lange der Vertrag danach läuft und wie Sie ihn kündigen, also beenden, steht im Vertrag. Lesen Sie diese Stelle genau.

Typische Probleme für Neuankömmlinge

Sie haben noch keine Schufa-Daten

Die Schufa sammelt Informationen darüber, ob Menschen ihre Rechnungen bezahlen. Mehr dazu lesen Sie auf der Seite Schufa verstehen. Für eine Haftpflichtversicherung sind fehlende Schufa-Daten oft kein großes Hindernis. Wenn ein Versicherer Sie trotzdem ablehnt, fragen Sie bei einem anderen Versicherer nach.

Sie haben noch keine Meldeadresse

Der Versicherer braucht eine Adresse, an die er Briefe schicken kann. Melden Sie Ihren Wohnsitz am besten zuerst beim Bürgeramt an. Wenn Sie später umziehen, teilen Sie der Versicherung Ihre neue Adresse mit.

Sie sprechen noch wenig Deutsch

Manche Versicherer bieten Beratung oder Unterlagen in anderen Sprachen an. Fragen Sie danach. Der rechtlich gültige Vertrag ist aber oft auf Deutsch. Lassen Sie sich die wichtigen Stellen von einer Person erklären, der Sie vertrauen. Auch die Verbraucherzentrale in Ihrem Bundesland oder eine Migrationsberatung kann Ihnen helfen.

Sie haben eine Versicherung aus Ihrem Herkunftsland

Eine Haftpflichtversicherung aus einem anderen Land gilt nicht immer in Deutschland oder nicht für einen langen Aufenthalt. Fragen Sie Ihren bisherigen Versicherer schriftlich, ob Sie in Deutschland geschützt sind.

Sie haben einen Hund

Schäden durch Hunde sind in der privaten Haftpflichtversicherung meist nicht enthalten. Dafür gibt es eine eigene Hundehaftpflichtversicherung. In manchen Bundesländern ist sie Pflicht. Fragen Sie bei Ihrer Stadt oder Gemeinde nach, welche Regeln für Sie gelten.

Häufige Fragen

Ist die private Haftpflichtversicherung Pflicht?

Nein. Sie ist freiwillig. Manche Vermieter fragen aber danach. Pflicht ist dagegen eine Versicherung für das Auto und in manchen Bundesländern eine Versicherung für Hunde.

Brauche ich sie, wenn ich zur Miete wohne?

Ja, sie ist auch für Mieter sinnvoll. Prüfen Sie, ob Schäden an der Mietwohnung versichert sind. Ihre eigenen Möbel und Sachen schützt die Haftpflicht nicht. Dafür gibt es die Hausratversicherung.

Sind meine Kinder versichert?

In einem Familienvertrag meist ja. Kleine Kinder müssen nach dem Gesetz oft nicht selbst für Schäden haften. Dann zahlt die Versicherung nur, wenn das im Vertrag ausdrücklich steht. Achten Sie darauf, wenn Sie kleine Kinder haben.

Gilt die Versicherung auch im Ausland?

Viele Verträge gelten auch auf Reisen ins Ausland, oft aber nur für eine bestimmte Zeit. Lesen Sie die genauen Regeln in Ihrem Vertrag nach.

Allgemeine Informationen, keine individuelle Beratung.

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