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Neu in Deutschland · Aktualisiert am 08.11.2026

Hausratversicherung in Deutschland: einfach erklärt

Die Hausratversicherung schützt Ihre Sachen bei Einbruch, Feuer und Wasserschaden. Hier erfahren Sie, was Sie brauchen und wie Sie Schritt für Schritt vorgehen.

Eine Hausratversicherung schützt die Dinge in Ihrer Wohnung. Zum Hausrat gehören zum Beispiel Möbel, Kleidung, Geschirr, Bücher, Computer und Fernseher. Werden diese Sachen durch Feuer, Wasser aus einer kaputten Leitung, Sturm, Hagel oder einen Einbruch beschädigt oder gestohlen, zahlt die Versicherung. Die Hausratversicherung ist in Deutschland freiwillig. Kein Gesetz schreibt sie vor. Sie ist aber für alle sinnvoll, die in einer eigenen Wohnung oder einem Zimmer leben und deren Sachen zusammen viel wert sind. Wichtig: Diese Versicherung zahlt nur für Ihre eigenen Sachen. Schäden, die Sie bei anderen Menschen verursachen, bezahlt die private Haftpflichtversicherung. Das sind zwei verschiedene Versicherungen.

Was Sie brauchen

  • Die Adresse Ihrer Wohnung. Die Versicherung gilt für eine bestimmte Wohnung.
  • Die Größe der Wohnung in Quadratmetern. Diese Zahl steht meist im Mietvertrag.
  • Eine Liste Ihrer Sachen mit ungefährem Wert. Notieren Sie besonders teure Dinge wie Laptop, Schmuck oder Fahrrad.
  • Ein Bankkonto. Viele Versicherungen ziehen den Beitrag per SEPA-Lastschrift ein. Der Beitrag ist der Preis, den Sie für die Versicherung zahlen. SEPA-Lastschrift bedeutet: Das Geld wird automatisch von Ihrem Konto abgebucht. Mehr dazu lesen Sie unter Girokonto eröffnen.
  • Ihre persönlichen Daten wie Name, Geburtsdatum und eine E-Mail-Adresse.
  • Angaben zu früheren Schäden, falls die Versicherung danach fragt.

Schritt für Schritt

  1. Prüfen Sie, ob Sie schon versichert sind. Eine Versicherung aus Ihrem Herkunftsland gilt meist nicht für eine Wohnung in Deutschland. Fragen Sie im Zweifel bei Ihrer bisherigen Versicherung nach.
  2. Schätzen Sie den Wert Ihres Hausrats. Überlegen Sie: Wie viel Geld bräuchten Sie, um alle Ihre Sachen neu zu kaufen? Diese Zahl ist die Versicherungssumme. Das ist der höchste Betrag, den die Versicherung im Schadensfall zahlt. Die Hausratversicherung ersetzt in der Regel den Neuwert. Das heißt: Sie bekommen Geld, um eine gleichwertige Sache neu zu kaufen.
  3. Achten Sie auf Unterversicherung. Unterversicherung bedeutet: Ihre Versicherungssumme ist zu niedrig. Dann zahlt die Versicherung im Schadensfall oft nur einen Teil. Viele Versicherungen bieten einen Unterversicherungsverzicht an. Dann prüft die Versicherung die Summe nicht nach, wenn Sie einen bestimmten Betrag pro Quadratmeter versichern. Fragen Sie danach.
  4. Wählen Sie die Risiken. Fast immer versichert sind Feuer, Leitungswasser, Einbruch, Raub, Sturm und Hagel. Oft nur gegen Aufpreis versichert sind zum Beispiel Elementarschäden (Schäden durch Natur, etwa Hochwasser oder Starkregen), Diebstahl von Fahrrädern und Schäden durch grobe Fahrlässigkeit. Grobe Fahrlässigkeit heißt: Sie waren sehr unvorsichtig, zum Beispiel haben Sie eine Kerze brennen lassen und die Wohnung verlassen.
  5. Entscheiden Sie über die Selbstbeteiligung. Die Selbstbeteiligung ist der Teil eines Schadens, den Sie selbst bezahlen. Mit Selbstbeteiligung ist der Beitrag meist niedriger.
  6. Vergleichen Sie mehrere Angebote. Achten Sie nicht nur auf den Preis, sondern auch auf die Leistungen. Lesen Sie die Versicherungsbedingungen. Das sind die Regeln Ihres Vertrags.
  7. Schließen Sie den Vertrag ab. Das geht online, per Post oder in einem Büro. Danach bekommen Sie den Versicherungsschein, auch Police genannt. Das ist das Dokument, das Ihren Vertrag bestätigt. Bewahren Sie es gut auf.
  8. Machen Sie Fotos von Ihren Sachen. Heben Sie auch Kaufbelege auf. Das hilft später, einen Schaden zu beweisen.

Kosten und Fristen

Kosten: Der Beitrag hängt von mehreren Dingen ab, zum Beispiel vom Wohnort, von der Größe der Wohnung, von der Versicherungssumme, von der Selbstbeteiligung und von den Zusatzleistungen. In Städten mit vielen Einbrüchen ist der Beitrag oft höher. Feste Preise gibt es nicht.

Widerrufsrecht: Nach dem Abschluss haben Sie ein Widerrufsrecht. Das heißt: Sie können den Vertrag ohne Grund zurücknehmen. Die Frist beträgt 14 Tage. Sie beginnt in der Regel, wenn Sie alle Vertragsunterlagen bekommen haben.

Laufzeit und Kündigung: Viele Verträge laufen ein Jahr und verlängern sich dann automatisch. Die Kündigungsfrist ist die Zeit, die Sie vor dem Ende des Vertrags kündigen müssen. Sie steht in Ihrem Vertrag. Lesen Sie diese Stelle genau.

Schaden melden: Melden Sie jeden Schaden sofort bei der Versicherung. Bei einem Einbruch rufen Sie zuerst die Polizei. Die Versicherung verlangt meist eine Liste der gestohlenen Sachen, die Sie auch der Polizei geben. Solche Pflichten heißen Obliegenheiten. Wenn Sie sie nicht erfüllen, kann die Versicherung weniger oder gar nicht zahlen.

Typische Probleme für Neuankömmlinge

Noch keine Schufa: Die Schufa sammelt Daten darüber, ob Menschen ihre Rechnungen bezahlen. Für eine Hausratversicherung ist eine lange Schufa-Geschichte meist nicht nötig. Manche Versicherungen prüfen aber trotzdem. Wenn ein Antrag abgelehnt wird, versuchen Sie es bei einer anderen Versicherung. Mehr dazu finden Sie unter Schufa verstehen und aufbauen.

Noch keine Meldeadresse: Die Versicherung braucht die Adresse der Wohnung, die versichert werden soll. Sie können den Vertrag oft schon abschließen, wenn Sie den Mietvertrag haben. Melden Sie Ihren Wohnsitz trotzdem bald beim Bürgeramt an. Wie das geht, steht unter Wohnsitz anmelden.

Wenig Deutsch: Die Vertragsunterlagen sind meist auf Deutsch. Fragen Sie bei der Versicherung, ob es Erklärungen in anderen Sprachen gibt. Nehmen Sie bei einem Gespräch eine Person mit, die gut Deutsch spricht. Unterschreiben Sie nichts, was Sie nicht verstehen. Unabhängige Beratung bekommen Sie bei der Verbraucherzentrale in Ihrem Bundesland. Diese Beratung kostet oft etwas.

Wohngemeinschaft oder möbliertes Zimmer: In einer Wohngemeinschaft (WG) leben mehrere Menschen zusammen, die keine Familie sind. Hier ist oft unklar, wessen Sachen versichert sind. Klären Sie das mit der Versicherung. Möbel, die dem Vermieter gehören, sind nicht Ihr Hausrat.

Kurzer Aufenthalt: Wenn Sie nur für begrenzte Zeit in Deutschland bleiben, fragen Sie nach der Laufzeit und der Kündigung. Informationen zu Ihrem Aufenthalt finden Sie unter Aufenthaltstitel klären.

Häufige Fragen

Muss ich eine Hausratversicherung haben?

Nein. Die Hausratversicherung ist freiwillig. Ob sie sich für Sie lohnt, hängt vom Wert Ihrer Sachen ab.

Zahlt die Hausratversicherung, wenn Wasser in die Wohnung unter mir läuft?

Für Ihre eigenen Sachen ja, wenn das Wasser aus einer Leitung kommt. Schäden an der Wohnung Ihrer Nachbarn zahlt die Hausratversicherung nicht. Dafür ist die Haftpflichtversicherung zuständig, wenn Sie den Schaden verursacht haben.

Ist mein Fahrrad versichert?

Ein Fahrrad in der verschlossenen Wohnung ist meist versichert. Ein Diebstahl auf der Straße ist oft nur mit einem Zusatz versichert. Fragen Sie vor dem Abschluss danach.

Was passiert, wenn ich umziehe?

Melden Sie den Umzug Ihrer Versicherung, bevor Sie umziehen. Die Versicherung geht in der Regel mit in die neue Wohnung. Der Beitrag kann sich ändern, weil die Wohnung größer ist oder an einem anderen Ort liegt.

Sind meine Sachen auch außerhalb der Wohnung versichert?

Viele Verträge schützen Sachen auch dann, wenn sie für kurze Zeit woanders sind, zum Beispiel auf einer Reise. Meist gilt das nur für eine begrenzte Zeit und bis zu einem begrenzten Betrag. Die Details stehen in Ihren Versicherungsbedingungen.

Allgemeine Informationen, keine individuelle Beratung.

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