Wer in Deutschland ein Auto fährt, braucht eine Kfz-Versicherung. Kfz bedeutet Kraftfahrzeug, also zum Beispiel ein Auto oder ein Motorrad. Ein Teil dieser Versicherung ist Pflicht: die Kfz-Haftpflichtversicherung. Sie zahlt, wenn Sie mit Ihrem Auto anderen Menschen oder fremden Sachen einen Schaden machen. Ohne diese Versicherung können Sie Ihr Auto nicht zulassen. Zulassen bedeutet: Sie melden das Auto bei der Zulassungsstelle an und bekommen ein Kennzeichen. Die Versicherung schließt der Halter ab. Der Halter ist die Person, auf die das Auto angemeldet ist. Eine gute Nachricht: Wenn Sie im Ausland lange ohne Schaden gefahren sind, kann das den Preis in Deutschland senken.
Was Sie brauchen
- Ihren Reisepass oder Personalausweis
- Eine Meldeadresse in Deutschland. Wie Sie Ihren Wohnsitz anmelden, lesen Sie unter Wohnsitz anmelden.
- Einen gültigen Führerschein. Mehr dazu unter Führerschein prüfen und umschreiben.
- Die Daten des Autos, zum Beispiel aus der Zulassungsbescheinigung. Das ist das offizielle Papier für das Auto. Bei einem neuen Auto bekommen Sie die Daten vom Verkäufer.
- Ein Bankkonto, von dem Geld abgebucht werden kann. Siehe Girokonto eröffnen.
- Einen Nachweis über Ihre schadenfreien Jahre aus dem Ausland. Das ist ein Schreiben von Ihrem bisherigen Versicherer.
- Angaben dazu, wer das Auto fährt und wie viele Kilometer Sie ungefähr im Jahr fahren
Schritt für Schritt
- Nachweis besorgen: Bitten Sie Ihren bisherigen Versicherer im Ausland um eine Bestätigung. Darin soll stehen, seit wann Sie versichert waren und ob Sie Schäden hatten. Fragen Sie nach einer Version auf Deutsch oder Englisch.
- Umfang wählen: Die Haftpflicht ist Pflicht. Dazu können Sie freiwillig eine Teilkasko oder Vollkasko wählen. Die Teilkasko zahlt meist bei Schäden an Ihrem eigenen Auto, zum Beispiel durch Diebstahl, Sturm oder Glasbruch. Die Vollkasko zahlt zusätzlich, wenn Sie selbst einen Unfall verursachen und Ihr Auto beschädigt wird.
- Angebote vergleichen: Der Preis hängt von vielen Dingen ab. Zum Beispiel vom Auto, von Ihrem Wohnort, von den Fahrern und von Ihrer Schadenfreiheitsklasse. Unten auf dieser Seite können Sie Tarife vergleichen.
- Nach den Jahren aus dem Ausland fragen: Fragen Sie vor dem Abschluss, ob der Versicherer Ihren Nachweis anerkennt. Jeder Versicherer hat eigene Regeln. Lassen Sie sich die Antwort schriftlich geben.
- Vertrag abschließen: Danach bekommen Sie eine eVB-Nummer. eVB bedeutet elektronische Versicherungsbestätigung. Diese Nummer zeigt der Zulassungsstelle, dass Ihr Auto versichert ist.
- Auto zulassen: Gehen Sie mit der eVB-Nummer und Ihren Unterlagen zur Zulassungsstelle. In manchen Städten brauchen Sie dafür einen Termin. Welche Papiere genau nötig sind, sagt Ihnen die Zulassungsstelle.
- Unterlagen prüfen: Später bekommen Sie den Versicherungsschein. Das ist Ihr schriftlicher Vertrag. Prüfen Sie, ob Ihre Daten und Ihre Schadenfreiheitsklasse richtig sind.
Kosten und Fristen
Die Preise sind sehr unterschiedlich. Deshalb nennen wir hier keine Beträge. Wichtig ist die Schadenfreiheitsklasse, kurz SF-Klasse. Sie zeigt, wie viele Jahre Sie ohne Schaden gefahren sind. Je höher die Klasse, desto günstiger ist meist der Beitrag.
- Sie können den Beitrag oft jährlich, halbjährlich oder monatlich zahlen. Bei vielen Versicherern kostet die monatliche Zahlung insgesamt etwas mehr.
- Die Kfz-Steuer ist eine eigene Steuer. Sie ist nicht Teil der Versicherung. Der Zoll bucht sie von Ihrem Konto ab. Das Konto geben Sie bei der Zulassung an.
- Die Haftpflicht muss bestehen, bevor Sie das Auto zulassen. Wer ohne Haftpflicht fährt, macht sich strafbar.
- Viele Verträge laufen ein Jahr und verlängern sich dann automatisch. Kündigen kann man oft bis einen Monat vor Ende des Vertragsjahres. Prüfen Sie die genaue Frist in Ihrem Vertrag.
Typische Probleme für Neuankömmlinge
Keine Schadenfreiheitsklasse in Deutschland
Ohne Nachweis starten Sie oft in einer niedrigen Klasse. Das macht die Versicherung teurer. Legen Sie deshalb Ihren Nachweis aus dem Ausland vor. Manche Versicherer erlauben auch, dass ein Familienmitglied seine Klasse auf Sie überträgt. Die Regeln dafür sind bei jedem Versicherer anders.
Der Nachweis wird nicht anerkannt
Manchmal fehlen Angaben im Schreiben, oder es ist in einer fremden Sprache. Fragen Sie den Versicherer, welche Angaben er braucht. Eine Übersetzung kann helfen. Fragen Sie auch bei anderen Versicherern nach, denn die Regeln unterscheiden sich.
Noch keine Meldeadresse
Für die Zulassung brauchen Sie einen Wohnsitz in Deutschland. Melden Sie sich deshalb zuerst beim Bürgeramt an. Das ist die Behörde für Meldeangelegenheiten in Ihrer Stadt.
Keine Schufa
Die Schufa sammelt Daten darüber, wie Menschen ihre Rechnungen bezahlen. Manche Versicherer prüfen diese Daten. Neu in Deutschland haben Sie oft noch keine Einträge. Fragen Sie, ob Sie den Beitrag für ein Jahr im Voraus zahlen können. Mehr dazu unter Schufa verstehen und aufbauen.
Wenig Deutsch
Versicherungstexte sind oft schwer zu verstehen. Fragen Sie, ob es Unterlagen auf Englisch gibt. Nehmen Sie eine Person mit, die gut Deutsch spricht. Unterschreiben Sie nichts, was Sie nicht verstehen.
Private Haftpflicht reicht nicht
Eine private Haftpflichtversicherung zahlt nicht für Schäden, die Sie mit dem Auto verursachen. Dafür brauchen Sie die Kfz-Haftpflicht.
Häufige Fragen
Muss ich eine Teilkasko oder Vollkasko haben?
Nein, gesetzlich ist nur die Haftpflicht Pflicht. Wenn Sie das Auto aber auf Kredit kaufen oder leasen, verlangt der Geldgeber oft eine Vollkasko.
Darf ich mit meinem ausländischen Kennzeichen weiterfahren?
Das hängt von Ihrer Situation ab. Wenn Sie dauerhaft in Deutschland wohnen, müssen Sie Ihr Auto in der Regel hier zulassen. Fragen Sie die Zulassungsstelle in Ihrer Stadt. Zu Ihrem Aufenthalt allgemein lesen Sie Aufenthaltstitel klären.
Was passiert nach einem Unfall?
Melden Sie den Schaden schnell bei Ihrem Versicherer. Wenn die Versicherung zahlt, kann Ihre SF-Klasse sinken. Dann wird der Beitrag im nächsten Jahr meist teurer.
Gilt mein ausländischer Führerschein?
Oft gilt er nur für eine begrenzte Zeit. Das hängt vom Land ab, in dem Sie ihn bekommen haben. Informationen finden Sie unter Führerschein prüfen und umschreiben.
Kann ich die Versicherung später wechseln?
Ja. Meist ist das zum Ende des Vertragsjahres möglich. Achten Sie auf die Kündigungsfrist in Ihrem Vertrag.