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Neu in Deutschland · Aktualisiert am 08.11.2026

Girokonto eröffnen in Deutschland: auch ohne Schufa

Sie brauchen ein Girokonto für Lohn, Miete und Verträge. Hier lesen Sie, welche Unterlagen nötig sind und wie es auch ohne Schufa klappt.

Ein Girokonto ist ein normales Bankkonto für den Alltag. Auf dieses Konto bekommen Sie Ihren Lohn. Von diesem Konto zahlen Sie Miete, Strom, Internet und Ihren Handyvertrag. In Deutschland laufen viele Zahlungen per Lastschrift. Das bedeutet: Sie erlauben einer Firma, das Geld selbst von Ihrem Konto abzubuchen. Ohne Girokonto ist das schwer. Deshalb sollten Sie das Konto früh eröffnen. Fast jeder, der in Deutschland lebt und arbeitet, braucht ein eigenes Konto. Die gute Nachricht: Es geht auch ohne Schufa. Die Schufa ist eine private Firma. Sie sammelt Daten darüber, ob Menschen ihre Rechnungen und Kredite bezahlen.

Was Sie brauchen

  • Gültiger Reisepass oder Personalausweis. Die Bank muss prüfen, wer Sie sind.
  • Aufenthaltstitel, wenn Sie nicht aus der EU kommen. Das ist das Dokument, das zeigt, dass Sie in Deutschland leben dürfen. Manche Banken fragen danach. Mehr dazu lesen Sie unter Aufenthaltstitel klären.
  • Meldebescheinigung. Das ist die Bestätigung, dass Sie Ihre Wohnung beim Amt angemeldet haben. Sie bekommen sie beim Bürgeramt. Viele Banken wollen sie sehen. Wie die Anmeldung geht, lesen Sie unter Wohnsitz anmelden.
  • Steuer-ID. Das ist Ihre persönliche Steuernummer in Deutschland. Banken fragen oft danach. Mehr dazu unter Steuer-ID erhalten.
  • Eine Adresse in Deutschland, an die Post kommt. Die Bank schickt Ihre Karte und Ihre PIN meist per Brief.
  • Handynummer und E-Mail-Adresse. Das ist besonders wichtig, wenn Sie online ein Konto eröffnen.
  • Smartphone oder Computer mit Kamera, wenn Sie Ihre Identität online bestätigen.

Schritt für Schritt

  1. Überlegen Sie, was Ihnen wichtig ist. Möchten Sie in eine Filiale gehen und mit einer Person sprechen? Oder möchten Sie alles online machen? Brauchen Sie oft Bargeld? Brauchen Sie eine App auf Englisch?
  2. Vergleichen Sie Konten. Achten Sie auf die monatlichen Gebühren, die Kosten für die Karte und die Kosten für Bargeld am Automaten. Manche Konten sind nur unter Bedingungen kostenlos, zum Beispiel wenn jeden Monat ein bestimmter Betrag auf das Konto kommt. Unten auf dieser Seite können Sie Girokonten vergleichen.
  3. Stellen Sie den Antrag. Das geht in einer Filiale oder online mit einem Formular.
  4. Bestätigen Sie Ihre Identität. In der Filiale zeigen Sie Ihren Ausweis oder Pass. Online gibt es oft eine Video-Identifikation. Dabei zeigen Sie Ihr Dokument in einem kurzen Videogespräch in die Kamera. Manche Banken bieten auch eine Prüfung in einer Postfiliale an.
  5. Lesen Sie den Vertrag. Die Bank muss Ihnen vor dem Vertrag eine Übersicht über die Kosten geben. Fragen Sie nach, wenn Sie etwas nicht verstehen. Unterschreiben Sie erst dann.
  6. Warten Sie auf die Post. Sie bekommen Ihre Kontodaten, Ihre Bankkarte und Ihre PIN. Die PIN kommt meist in einem eigenen Brief.
  7. Richten Sie das Online-Banking ein. Damit sehen Sie Ihr Konto im Internet oder in einer App und können Geld überweisen.
  8. Geben Sie Ihre IBAN weiter. Die IBAN ist Ihre Kontonummer. Sie beginnt in Deutschland mit DE. Geben Sie sie Ihrem Arbeitgeber, Ihrem Vermieter, Ihrer Krankenkasse und der Familienkasse, wenn Sie Kindergeld beantragen.

Kosten und Fristen

Die Kosten sind bei jeder Bank anders. Es gibt Konten ohne monatliche Gebühr und Konten mit Gebühr. Auch Karten, Überweisungen auf Papier und Bargeld am Automaten können extra kosten. Lesen Sie deshalb die Kostenübersicht genau.

Manche Konten haben einen Dispositionskredit, kurz Dispo. Das bedeutet: Sie dürfen bis zu einer Grenze mehr Geld ausgeben, als auf dem Konto ist. Dafür zahlen Sie Zinsen, und diese sind oft hoch. Neue Kunden ohne Einkommen in Deutschland bekommen am Anfang oft keinen Dispo.

Für das Basiskonto gilt: Die Gebühren müssen nach dem Gesetz angemessen sein. Einen festen Betrag gibt es dafür nicht.

Es gibt keine gesetzliche Frist, bis wann Sie ein Konto haben müssen. Ihr Arbeitgeber braucht Ihre IBAN aber vor der ersten Lohnzahlung. Beantragen Sie ein Basiskonto, muss die Bank innerhalb von zehn Geschäftstagen entscheiden, nachdem sie alle Unterlagen hat.

Typische Probleme für Neuankömmlinge

Sie haben noch keine Schufa

Wer neu in Deutschland ist, hat meist noch keine Daten bei der Schufa. Viele Banken eröffnen trotzdem ein Konto, oft ohne Dispo und ohne Kreditkarte. Sie können auch ein Basiskonto beantragen. Ein Konto hilft Ihnen später, eine gute Schufa aufzubauen. Mehr dazu unter Schufa verstehen und aufbauen.

Sie haben noch keine Meldeadresse

Viele Banken möchten eine Meldebescheinigung sehen. Fragen Sie die Bank vorher, welche Unterlagen sie genau braucht. Manche Banken sind hier flexibler. Das Recht auf ein Basiskonto gilt auch für Menschen ohne festen Wohnsitz. Melden Sie Ihre Wohnung trotzdem so bald wie möglich an. Die Regeln für die Anmeldung können sich je nach Stadt etwas unterscheiden. Ihr Bürgeramt gibt Auskunft.

Sie sprechen wenig Deutsch

Manche Banken haben Apps und Webseiten auf Englisch. In einer Filiale können Sie fragen, ob jemand Ihre Sprache spricht. Sie können auch eine Person mitnehmen, die für Sie übersetzt. Unterschreiben Sie nichts, was Sie nicht verstehen.

Sie haben noch keine Steuer-ID

Die Steuer-ID kommt nach der Anmeldung per Post. Fragen Sie Ihre Bank, ob Sie die Nummer später nachreichen können.

Die Bank lehnt Ihren Antrag ab

Dann fragen Sie nach einem Basiskonto. Lehnt die Bank auch das Basiskonto ab, muss sie Ihnen das schriftlich und mit Grund mitteilen. Sie können sich dann bei der BaFin beschweren. Die BaFin ist das staatliche Amt, das die Banken in Deutschland kontrolliert.

Häufige Fragen

Was ist ein Basiskonto?

Ein Basiskonto ist ein einfaches Girokonto. Jeder Mensch, der sich rechtmäßig in der EU aufhält, hat ein Recht darauf. Das gilt auch für Asylsuchende und Menschen mit Duldung. Eine Duldung ist eine Bescheinigung, dass jemand vorübergehend nicht abgeschoben wird. Banken dürfen das Basiskonto nicht wegen einer fehlenden oder schlechten Schufa ablehnen. Einen Dispo gibt es beim Basiskonto nicht.

Kann ich mein Konto aus meinem Heimatland weiter nutzen?

Liegt Ihr Konto in einem Land, das Euro-Zahlungen im SEPA-System macht, können Sie es oft weiter nutzen. In der Praxis ist ein deutsches Konto aber meist einfacher. Bei Konten außerhalb des Euro-Raums entstehen oft Kosten für Umtausch und Überweisungen.

Brauche ich eine Kreditkarte?

Nein. Für den Alltag reicht meist die Bankkarte zum Konto. Damit können Sie in Geschäften bezahlen und Bargeld abheben. Das Geld geht dabei direkt von Ihrem Konto ab.

Kann ich ein Konto mit meinem Partner teilen?

Ja. Viele Banken bieten ein Gemeinschaftskonto an. Beide Personen müssen sich dafür ausweisen und den Vertrag unterschreiben.

Wie lange dauert die Eröffnung?

Das ist je nach Bank unterschiedlich. Planen Sie etwas Zeit ein, weil Karte und PIN per Post kommen. Eröffnen Sie das Konto am besten, bevor Ihr erster Lohn kommt.

Allgemeine Informationen, keine individuelle Beratung.

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